Mein City-Marathon: Der Frankfurt Marathon

Stella ist seit der Geburtsstunde der Skylinerunner am 23. Juni 2018 Teil des Botschafter-Teams des Mainova Frankfurt Marathon. Eigentlich trifft man Stella eher abseits von geteerten Wegen im Umland Ihrer Heimatstadt Barcelona aber manchmal lockt sie auch der Genuss von einem City-Marathon aus der Metropole am Mittelmeer. Laufen bedeutet für Stella vor allem eins: Spaß. Warum sie diesen Spaß erst vor einigen Jahre wiederentdeckt hat erfahrt Ihr in unserem Interview.

 

Stella, Du bist eigentlich eine Läuferin, die man eher abseits der „normalen“ Wege findet. Ob Trailläufe, Ultramarathon oder ausgiebige Radtouren…für dich ist quasi kein Weg zu weit.

Was bedeutet das Laufen für Dich? Wie bist Du zum Laufen gekommen?

Ich laufe eigentlich schon seit meiner Kindheit, in der Schule bin ich schon bei den Crosslauf Meisterschaften mitgelaufen und hatte einfach schon immer viel Spaß daran. Sport hat in meinem Leben schon immer eine sehr wichtige Rolle gespielt und als Jugendliche habe ich davon geträumt Profisportler zu werden. Leider kam mir da ein Unfall dazwischen bei dem ich mir das linke Sprunggelenk zertrümmerte. Zunächst gab es nicht mehr viel Hoffnung, dass ich überhaupt jemals wieder einen Lauf mitmachen könnte, geschweige denn einen Ultramarathon. Ich habe viele Jahre gebraucht um endlich wieder einen 5 Kilometer-Lauf zu starten. Für mich ist das Laufen ein sehr wichtiger Teil in meinem Leben und auch ein wichtiger Teil von mir. Ich bin heute sehr dankbar dafür, dass ich mir die Laufschuhe wieder anziehen kann.

 

Wie schaffst Du es Dich für das Laufen zu motivieren?

Bei mir geht das eigentlich ganz automatisch. Außerdem macht mir das Laufen sehr viel Spaß, da muss ich mich eigentlich nicht motivieren, eher bremsen. Mir fällt es oft schwer vor einem Wettkampf mal einen Tag nicht zu laufen. Ich glaube, wenn man Freude an etwas hat, dann braucht man nicht viel mehr. Natürlich habe ich auch mal Tage an denen ich vielleicht mehr oder weniger Lust habe, aber am Ende ist das immer der Moment am Tag an dem ich mir die Laufschuhe anziehe – etwas worüber und worauf ich mich freue.

 

Was bedeutet so ein City-Marathon, wie der Mainova Frankfurt Marathon, für dich?

Die Stimmung bei einem City-Marathon ist einfach großartig, all die Läufer und Mensch, die Träume, Ziele und Emotionen auf der Strecke sind schon etwas ganz besonderes. Bei den Ultramarathons bin ich oft alleine unterwegs, Zuschauer sieht man dort ohnehin meist nur am Start oder im Ziel. Ein City-Marathon ist da ein toller Kontrast. All die Leute tragen einen dort förmlich mit über die Strecke. Ich finde es ist auch immer die schönste Möglichkeit eine Stadt kennenzulernen. In Frankfurt ist der Zieleinlauf in die Festhalle unbeschreiblich und die Abschnitte am Mainufer oder in der Innenstadt sind unbeschreiblich schön. Eine Skyline die ihresgleichen sucht.

 

Kann es für Dich als Südländerin nicht ganz schön kalt sein bei so einem Herbst-Marathon in Deutschland?

Ich mag es eigentlich auch mal bei etwas kälteren Temperaturen zu laufen. Bei den Skyraces in den Bergen, an denen ich teilnehme,  ist es des Öfteren um einiges kälter als bei einem Herbst-Marathon. Meist wird es einem nach dem ersten Kilometer ohnehin warm und im Ziel wird man ja gerade in Frankfurt sehr gut mit allem versorgt um nach dem Lauf nicht zu sehr auszukühlen.

 

Du warst 2018 Teil des Botschafter-Teams des Mainova Frankfurt Marathon. Als Skylinerunner hast Du in Barcelona den Mainova Frankfurt Marathon vertreten. Wie war das erste Jahr als Skylinerunner für Dich?

Als ich mich für die Skylinerunner beworben habe dachte ich, dass ich eh keine Chance habe. Umso mehr hat es mich dann gefreut dabei sein zu dürfen. Es war ein unbeschreibliches Erlebnis. Der Zusammenhalt unter den Skylinerunnern war klasse und eigentlich kam es mir so vor als würden wir uns schon ewig kennen.

“Team work makes the dream work” – bei den Skylinerunnern ist irgendwie jeder mit jedem mitgelaufen. Das Laufen an sich gibt einem schon viel aber die Menschen, die man beim Laufen trifft, geben einem noch viel mehr zurück. Wenn man in so einer Gruppe dabei ist, dann kann man sich wirklich glücklich schätzen.

 

 Was verbindest Du mit dem Mainova Frankfurt Marathon? Was sind Deine Geheimtipps an alle die den Mainova Frankfurt Marathon noch auf ihrer „Must-run“-Liste stehen haben oder die nächste Marathonreise nach Frankfurt planen?

Der Frankfurt Marathon ist einfach eine super Strecke und nicht umsonst einer der schönsten und meistbesuchten Marathons Deutschlands.

Für mich ist der Frankfurt Marathon deswegen so besonders, weil Frankfurt im letzten Jahr der Abschlussmarathon des Jahres für mich war. Zudem kann ich in Frankfurt immer eine Arbeitskollegin besuchen, die mich mal dazu angestiftet hat es wieder zu versuchen und mich quasi zurück auf die Langstrecke gebracht hat.

Ich würde jedem der den Frankfurt Marathon auf der Liste hat empfehlen ein paar Tage Zeit mitzubringen. Zeit, um die Stadt zu erkunden und auf jeden Fall auch am Rahmenprogramm des Frankfurt Marathon teilzunehmen. Samstags beispielsweise am Brezellauf, hier bekommt man eine wirklich schöne lockere Trainingsrunde und Einstimmung auf den Marathon am Folgetag.

Einen Kaffee in den Kleinmarkthalle kann ich auch auf jeden Fall empfehlen.

 

Wie war das Marathonwochenende in Frankfurt insgesamt für Dich?

Ich war echt überwältigt von der Stimmung an dem Wochenende – eine ganze Stadt im Marathonfieber. Ein richtiger City-Marathon eben. Auch wenn ich in dem Jahr bereits schon viele Rennen absolviert hatte konnte ich den Start gar nicht abwarten. Dadurch, dass ich bei den Skylinerunnern dabei sein durfte hatte ich auch die Möglichkeit einen Einblick hinter die Kulissen zu erhalten. Das war sehr interessant und an dieser Stelle muss ich sagen, dass ich froh bin nur Laufen zu müssen. Was die Organisation dort auf die Beine stellt ist echt eine riesige Leistung. Das war schon ganz schön beeindruckend mitzuerleben – an dieser Stelle auch noch ein ganz großer Dank an alle die das möglich machen.

 

Du bist beim Mainova Frankfurt Marathon nach Deinem Rennen nochmal auf die Strecke gegangen, um spätere Läufer anzufeuern und diese auf ihren letzten Metern zu begleiten. Wie hart können die letzten Meter eines Marathons sein? Was treibt Dich an dann nochmal bei solchen Wetterbedingungen, wie wir sie im vergangenen Jahr in Frankfurt hatten, auf die Strecke zu gehen?

Die letzten Meter können endlos werden, gerade wenn das Wetter nicht so freundlich ist. Im letzten Jahr bei meinem 100km Lauf wurde mir das wirklich bewusst. Ich glaub der letzte Kilometer war länger als die 99km davor. Der letzte Kilometer kann dann gerade bei schlechten Wetterbedingungen auch mal sehr hart werden. Aber der letzte Kilometer ist nun mal auch der, den man genießen sollte und auf den man sich eigentlich schon richtig freuen kann – 1000 Meter Emotionen pur. Das vergisst man manchmal. Aber im Prinzip bist du ja schon da, also genieß es.

Gerade die Wetterbedingungen beim Frankfurt Marathon 2018 waren für mich ein Grund mehr nochmal raus zu gehen und einige Läufer zu begleiten. In der Hoffnung, ihnen zu helfen und die letzten Meter etwas leichter zu machen. Die Freude der Läufer war einfach überwältigend. Das waren ganz besondere Momente. Ich denke mir immer, wenn ich noch Kraft und Energie habe und damit jemandem helfen kann einen Traum wahr zu machen oder ein Ziel zu erreichen, warum soll ich das nicht tun, dann habe ich das doch sinnvoll genutzt.

 

Wie wichtig sind für einen Läufer die Zuschauer an der Strecke? Nimmt man diese überhaupt wahr?

Ich glaube wie das wahrgenommen wird ist sehr unterschiedlich. Wenn ich für mich sprechen soll, dann sind die Zuschauer bei einem City-Marathon schon sehr wichtig. Diese Menschen tragen einen quasi in das Ziel. Nach der Einsamkeit von meinen Trailläufen bin ich immer sehr dankbar, wenn Menschen an der Strecke stehen, die mitfiebern. Ich nehme die Zuschauer schon sehr wahr. Das ist halt ein wirklich schöner Kontrast und einer der Gründe warum ich auch gerne bei einem City-Marathon laufe.

 

Was würdest Du Frauen, die auch überlegen mit dem Laufen anzufangen oder sich an einen Marathon herantrauen möchten, mit auf den Weg geben?

Glaubt an euch. Egal was andere sagen, glaubt daran das ihr es schaffen könnt und vor allem habt Spaß an dem was ihr da macht.

Mir wurde einmal gesagt, dass ich nie wieder laufen kann und heute laufe ich Ultramarathon. Ich habe mit einem Kilometer angefangen und auch wenn es lange gedauert hat, aber im letzten Jahr habe ich mein Ziel erreicht und einen Ultramarathon gewonnen und das mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Ich habe etwas geschafft von dem alle gesagt habe das es für mich unmöglich ist. Aber ich habe nicht aufgegeben und ich habe mir nie den Spaß daran nehmen lassen.

 

Freust Du Dich schon auf den Mainova Frankfurt Marathon am 27. Oktober 2019?

Um ehrlich zu sein, habe ich mich glaube ich gleich eine Woche nach dem Mainova Frankfurt Marathon wieder angemeldet. Ich freue mich riesig auf diesen City-Marathon.

 

 

  • ÜBER DIE AUTORIN

    Christina Dörr Christina hat, bevor sie zu motion events kam, einen Bachelor in Sportwissenschaften und einen Master in Sportmanagement absolviert. Christina ist leidenschaftliche Läuferin und seit vielen Jahren treu dem Frankfurt Marathon verbunden. Christina ist Initiatorin des Blogs #runtheskyline

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