Die richtige Laufkleidung für kalte Tage

Wahrscheinlich jeder Läufer fragt sich vor dem geplanten Lauf “Was ziehe ich an?”. Der Blick auf die Wettervorhersage ist im Herbst und Winter manchmal nicht wirklich hilfreich. Gerade in Übergangszeiten, in denen das Wetter eher wechselhaft ist, ist man sich bei der Wahl der richtigen Kleidung häufig unsicher. Damit ihr immer richtig gekleidet Euren Lauf starten könnt, haben wir für Euch eine Orientierungshilfe der richtigen Laufkleidung  für kalte Tage im Herbst und Winter zusammengestellt.

 

Laufkleidung für kalte Tage

 

Eigentlich gibt es für den Herbst und Winter eine ganz einfache Faustregel. Man sollte nur so viel Kleidung anziehen, dass man beim Verlassen des Hauses leicht fröstelt. Natürlich ist es zu Beginn viel angenehmer, wenn man das Haus verlässt und mollig warm eingepackt loslaufen kann, doch schon nach spätestens zehn Minuten beginnt man dank der viel zu warmen Kleidung und noch dazu dank der körperlichen Betätigung zu schwitzen. Beim Laufen steigt nämlich die Körperkerntemperatur, dies ist eine normale Regulation des Körpers. Grund dafür ist, dass die muskuläre Beanspruchung Wärme erzeugt. Diese erzeugte Wärme wird durch den Blutkreislauf verteilt. Der Organismus ist bestrebt die Körperkerntemperatur etwa konstant bei 37Grad +/- 0,5 Grad zu halten. Durch unterschiedliche Prozesse, z.B. die Atmung oder schwitzen, wird die ansteigende Körpertemperatur ausgeglichen.

Ist man schon zu Beginn der Trainingseinheit zu warm angezogen, beginnt der Körper direkt von Beginn an die schnell steigende Körperwärme zu regulieren. Man schwitzt und das nicht gerade wenig. Das vermehrte schwitzen sorgt besonders im Winter dafür, dass diese Schweißproduktion nicht ordentlich durch die Funktionskleidung aufgenommen und absorbiert wird. Die Feuchtigkeit sammelt sich zwischen Haut und Kleidung. Man läuft Gefahr sich zu unterkühlen. Das wollen wir natürlich vermeiden.

Besser ist es, wenn man beim Loslaufen noch leicht fröstelt. Schon nach wenigen Kilometern hat man sich “warm gelaufen”.

Eigentlich macht man auch beim Laufen mit dem Zwiebelprinzip nie etwas verkehrt.

 

Was ist das Zwiebelprinzip?

 

Das Zwiebelprinzip bezeichnet das geschickte übereinander tragen mehrerer Kleidungsschichten. Damit eignet sich das Zwiebelprinzip perfekt für die Übergangszeiten zwischen Sommer und Winter. Aber auch für die kalten Tage. Bei dem Zwiebelprinzip werden mehrere Kleidungsschichte kombiniert und je nach Bedarf werden einzelne Kleidungsschichten ergänzt, weggelassen oder im Zweifel während des Trainings ausgezogen.

 

Wie sieht die richtige Laufkleidung für kalte Tage nach dem Zwiebelprinzip aus?

 

Laufkleidung für die Die Überganszeit – 8-12Grad, trocken

 

Hier liegt etwa die Temperaturgrenze für kurze und lange Laufkleidung. Bei diesen Temperaturen greifen viele Läufer noch zum T-Shirt, das ist durchaus ok. An den Beinen reicht noch eine 3/4-Hose oder eine dünne Lauftight. Wer es gerne andersherum hält ist auch mit einem dünnen Langarmshirt und einer 3/4-Hose gut beraten.
Wenn einem zusätzlich der Wind um die Ohren bläst, empfiehlt sich eine Laufweste. Empfindliche Ohren lassen sich zudem mit einem Stirnband bedecken.

 

Laufkleidung für die Die Überganszeit – 8-12Grad, Regen

 

Dies ist eigentlich das ungemütlichste Wetter für viele Läufer. Die Kleidung kann analog zu 8-12 Grad und trockenem Wetter getragen werden. Eine komplett wasserdichte Laufjacke sorgt schnell dafür, dass es einem zu warm wird und sich der Schweiß unter der Jacke staut. Eine zwar wind- und regendichte Laufjacke mit Lüftungseinsätzen ist hier eher perfekt. Bei Sportkleidung sollte man beim Zwiebelprinzip zusätzlich auf die Funktionalität der einzelnen Funktionskleidungsstücke achten. Ein Oberteil mit Windbreakerfunktion muss beispielsweise nicht unter eine windschützenden Laufjacke getragen werden.

 

Laufkleidung für die kühlen Tage – 3-8Grad, trocken

 

Diese Temperaturen erfordern als unterste Schicht Funktionsunterwäsche. Darüber ziehst Du dann ein dünnes Longsleeve und eventuell eine dünne Windjacke. Mittlerweile bieten einige Sportartikelhersteller auch Longsleeves mit eingenähtem winddichten Material an, auch diese Oberteile sind eine gute Lösung. Je nach Empfinden greift man bei diesen Temperaturen am besten zur leicht wärmeren Winter Lauftight oder zur normalen Lauftight. Wer an den Händen kälteempfindlich ist, kann zu Beginn der Trainingseinheit  dünne Handschuhe anziehen. Diese können mit zunehmenden Wärmeempfinden ausgezogen werden. Auch ein Stirnband oder eine Mütze, sowie ein Halstuch sollten bei diesen Temperaturen getragen werden.

 

Laufkleidung für die kühlen Tage – 3-8Grad, regen

 

Grundsätzlich kann wieder die gleiche Kleidung wie bei trockenem Wetter getragen werden. Zusätzlich sollte man aber auf den Regenschutz achten. Eine regenfeste Laufjacke sollte allemal angezogen werden. Auch eine regenfeste Laufhose (viele Hersteller bieten Lauftights mit Windschutzeinsatz am Oberschenkel an) ist einer normalen Lauftight vorzuziehen um brennende Oberschenkel aufgrund des eisigen Windes oder des Regens zu vermeiden.

 

Laufkleidung bei Temperaturen um die 0Grad und kälter

 

Dieses Wetter bereitet vielen Läufern wieder richtig spaß beim laufen. Die Luft ist zwar eiskalt, dafür meist sehr klar. Mit der richtigen Kleidung kann man bei diesen Temperaturen schöne Laufrunden durch eine Winterlandschaft ziehen.

Die Wahl der richtigen Laufkleidung für kalte Tage wird bei diesen Temperaturen auch wieder einfacher. Das Zwiebelprinzip trifft hier auf die Vollendung.

Die unterste Schicht bildet wieder die Funktionsunterwäsche, die je nach Kälteempfinden auch langärmlich ausfallen darf. Darüber kommt ein Langarmshirt und eine entweder leicht gefütterte Laufjacke oder ein Windbreaker. Auch an die Beine kommt etwas gefüttertes. Eine gefütterte Laufhose ggf. mit Windbreaker-Material schützt unsere Beine vor dem Auskühlen, dies ist vor allem bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt oder bei eisigen Wind wichtig.

Auf den Kopf darf bei diesen Temperaturen wieder eine Mützen, denn wir alle wissen, dass die meiste Wärme über den Kopf verloren geht. Auch Handschuhe sollten nicht fehlen.

Ganz wichtig bei diesen kalten Temperaturen ist, die einzelnen Schichten möglichst eng übereinander zu tragen. So entsteht zwischen den einzelnen Schichten kein Feuchtigkeitsstau.

Die richtige Laufkleidung für kalte Tage zu finden ist also gar nicht so schwer! Und nun ab nach Draußen und laufen!

 

  • ÜBER DIE AUTORIN

    Christina Dörr

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