Laufen trotz Corona-Pandemie

Die aktuelle Pandemie in Deutschland, Europa und mittlerweile auf der ganzen Welt verändert unser Leben spürbar. Soziale Kontakte sollen auf das Nötigste minimiert werden, die Arbeit verlagert sich nach Hause und immer mehr Unternehmen arbeiten im Homeoffice. Fitnessstudios schließen und das Leben bzw. Versammlungen großer Menschengruppen im öffentlichen Raum werden zunehmend eingeschränkt. Das alles sind richtige und wichtige Schritte, um die Ausbreitung von Covid-19 zu verlangsamen und somit das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Auch wenn wir uns selber gesund fühlen haben wir eine soziale Verantwortung unseren Mitmenschen gegenüber und sollten deswegen die persönlichen Bedürfnisse und Gewohnheiten in diesen Tagen zum Wohle der Gemeinschaft hinten anstellen. Als Läufer fragt man sich natürlich ob man aufgrund von Corona nun sein Laufverhalten ändern muss.

 

Muss man aufgrund von Corona auf das Laufen verzichten?

 

Der öffentliche und organisierte Sport kommt in fast allen europäischen Ländern derzeit zum Erliegen. Das trifft nicht nicht nur Leistungssportler, sondern auch uns Hobbysportler hart. Fitnessstudios und Sportvereine sind aufgrund behördlicher Anordnungen geschlossen, Laufveranstaltungen fallen aus oder werden in den Herbst verschoben.

Klar ist, jegliche Form von Bewegung, noch dazu Bewegung an der frischen Luft, stärkt das Immunsystem. Das ist derzeit vielleicht wichtiger als je zuvor. Dabei ist es aber auch wichtig, dass ihr euch nicht zum Laufen mit anderen verabredet, sondern einfach mal alleine eure Laufrunde dreht.

Einige unserer europäischen Nachbarländer haben mittlerweile Ausgangssperren verhängt. Doch in einigen dieser Länder ist es auch bei einer Ausgangssperre erlaubt sich im Freien zu bewegen. Denn trotz großer Einschränkungen und “Social Distancing” ist es wichtig sich weiterhin fit zu halten. Wichtig hierbei ist, dass wirklich alleine oder nur mit Personen aus dem gleichen Haushalt gelaufen werden soll.

In Deutschland besteht derzeit noch keine Ausgangssperre. Verabredungen zum Laufen sind aufgrund von Corona trotz allem nicht angebracht. Auch wenn man sich selber gesund fühlt sollte man Verantwortungsvoll handeln und den Kontakt zu anderen Personen auf ein Minimum reduzieren.

 

Wer krank ist, sollte defintiv zu Hause bleiben!

 

Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen wird das Coronavirus durch eine Tröpfcheninfektion verbreitet. Das heißt durch winzige Partikel, die nach dem Husten, Niesen oder einer feuchten Aussprache in der Luft schwirren und sich auf Gegenständen absetzen. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt, neben vielen anderen Sicherheitsmaßnahmen, einen Abstand von 1,5m-2m zu anderen Personen zu wahren. Um dadurch das Risiko einer Ansteckung zu minimieren. Natürlich ist man vor allem in der Stadt vermutlich nicht alleine auf den Laufwegen unterwegs. Wichtig ist, dass man versucht so gut wie möglich einen Sicherheitsabstand zu anderen Läufern zu bewahren oder derzeit mal eine weniger belaufene Laufstrecke zu wählen. Gesunde Personen können weiterhin draußen Laufen gehen. Sobald erste Krankheitssymptome auftreten sollte man immer, aber im Besonderen derzeit, das Sporttreiben unterlassen und ärztlichen Rat einholen.

 

Vorischt vor dem “Open Window Effekt”

 

Wenn möglich sollten intensive Einheiten jedoch derzeit vermieden werden. Der Grund ist, dass nach solchen Belastungen das Immunsystem für einen gewissen Zeitraum angreifbarer und anfälliger für Krankheitserreger ist. In der Wissenschaft wird dies als “Open Window Effekt” bezeichnet. Wie lange das Immunsystem nach einer intensiven Einheit geschwächt ist, das hängt von der Intensität der Belastung und dem persönlichen Trainingszustand ab. Der Zeitraum kann von drei Stunden bis 72 Stunden anhalten.

Ihr kennt es wahrscheinlich selber, das Gefühl, wenn man nach einer anstrengenden Einheit heim kommt, total Müde und ausgelaugt ist, den Muskelkater am nächsten Tag schon erahnt und auch in den kommenden Tagen eigentlich kaum die Beine heben kann. Dies sind Einheiten die derzeit eher vermieden werden sollten, um das Immunsystem nicht zusätzlich zu belasten. Natürlich bedeutet diese Phase nach so einer intensiven Einheit nicht, dass man auch wirklich erkranken wird aber vorsichtiger sollte man derzeit in jedem Fall sein, um der Verbreitung des Coronavirus keinen Raum zu lassen.

 

Laufen als Stresskatalysator – auch bei Corona

 

Darüber hinaus ist die Bewegung an der frischen Luft auch wichtig, damit einen die Decke nicht auf den Kopf fällt. Sport ist besonders auch in einer solchen Ausnahmezeit ein guter Katalysator, der in diesen Tagen wahre Wunder wirken und zu einer guten Stimmung beitragen kann. Also, Laufschuhe an und loslaufen!

 

Hinweis!

Dieser Text bezieht sich auf die aktuellen Vorgaben des Landes Hessen (https://www.hessen.de/), in anderen Deutschen Bundesländern können gegebenenfalls andere Regelungen bestehen. Bitte informiert euch immer tagesaktuell in den Medien und auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts (https://www.rki.de/DE/Home/homepage_node.html) und der Landesverwaltungen der einzelnen Bundesländer über die angeordneten Maßnahmen. Stand: 18.03.2020, 15Uhr.

 

 

Quellen

 

Manych, M. & Vogel, G. (2010). Stark unser Immunsystem (S. 30-32). Stuttgart: Thieme Verlag.

Scharhag, J. (2004). Die Belastungsleukozytose. Standards der Sportmedizin. Jg. 55, 2.

  • ÜBER DIE AUTORIN

    Christina Dörr Christina hat, bevor sie zu motion events kam, einen Bachelor in Sportwissenschaften und einen Master in Sportmanagement absolviert. Christina ist leidenschaftliche Läuferin und seit vielen Jahren treu dem Frankfurt Marathon verbunden. Christina ist Initiatorin des Blogs #runtheskyline

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