Das Prinzip der Superkompensation

Übergeordnetes Ziel des sportlichen Trainings ist die Leistungsverbesserung. Idealerweise folgt auf einen Belastungsreiz eine Anpassung des Organismus auf das Leistungsniveau. Um dies zu erreichen ist eine gezielte Abfolge von Belastungsreizen und Erholungszeiten notwendig. Der optimale Zeitpunkt des neuen Trainingsreizes ist am jeweils höchsten Punkt der sogenannten Superkompensation.

 

Was ist die Superkompensation?

 

Der menschliche Organismus ist immer bestrebt ein Gleichgewicht zwischen Belastung und Erholung aufrecht zu halten, dieses dynamische Gleichgewicht wird als Homöostase bezeichnet. Bei einem nicht trainierenden Menschen schwankt dieses Gleichgewicht nur leicht, abhängig von der Alltagsbelastung und der Tagesform. Bei Sportlern wird dieses Gleichgewicht regelmäßig durch Traininsgsreize aus dem Gleichgewicht gebracht. Um auf entsprechende Belastungen in Zukunt vorbereitet zu sein erfolgen nach einem Belastungsreiz Anpassungsvorgänge im Körper. Diese Anpassungsvorgänge sorgen dafür, dass das Leistungsniveau des Trainierenden kurzzeitig über dem Ausgangsniveau liegt. Diese Phase nennt man Superkompensation.

 

Verlauf der Trainingssteuerung als Homöostase zwischen Belastung und Erholung, sowie darau folgender Superkompensation

 

Voraussetzungen einer Superkompensation

 

Die Superkompensation kann nur dann erreicht werden, wenn der Belastungsreiz eine bestimmte Schwelle überschreitet. Trainiert ein Sportler immer auf einem gleichbleibenden Niveau, ohne intensive Reize zu setzen, dann erfordert dies keine Anpassung des Körpers an ein höheres Traininsniveau.

Sind die Trainingsreize überschwellig, d.h. die Trainigsreize liegen über der Reizschwelle, dann erfolgt eine Anpassung des Trainingsniveaus. Zu starke Reize hingegen können eine Schädigung des Organismus bewirken und zu einer negativen Entwicklung führen.

 

Voraussetzung für die Steigerung der Leistungsfähigkeit ist das Ausnutzen der Superkompensation

 

Ausbleiben der Superkompensation

 

Zudem ist diese physiologische Anpassung des Organismus auf eine Belastung bzw. auf einen Belastungsreiz äußerst sensibel. Erfolgt nach einem Belastungsreiz keine erneute Belastung, so pendelt sich das Leistungsniveau wieder auf dem Ausgangsniveau ein, es erfolgt keine Anpassung. Setzt man hingegen zu früh nach einem ersten Belastungsreiz eine erneute Belastung, dann kann sich die Leistung negativ entwickeln.

 

Ausbleibende Superkompensation aufgrund zu früher Belastungsreize

 

Fazit

 

Das Prinzip der Superkompensation verdeutlicht die Reaktion des Körpers auf einen Trainingsreiz. Allerdings ist die Anwendung in der Praxis schwieirg, denn das Modell kann nicht eindeutig den optimalen Zeitpunkt für den nächsten Trainingsreiz aufzeigen. Dies hängt damit zusammen, dass der optimale Zeitpunkt ausgesprochen individuell ist. Er ist unter anderem abhängig von dem aktuellen Leistungsnveau, der Intensität und Art des vorausgegangenen Trainingsreizes, von der Erholungsfähigkeit des Trainierenden und von Einflüssen durch die Umwelt (z.B. Belastung am Arbeitsplatz).

 

  • ÜBER DIE AUTORIN

    Christina Dörr

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